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Forschungsprojekte


„LeHet“ – Lehrerprofessionalität im Umgang mit Heterogenität

Beratung und Förderung leistungsstarker SchülerInnen im Sportunterricht

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Kathrin Weiß

Finanzierung: BMBF

Projektlaufzeit: Oktober 2016 – Oktober 2018

Unter der Leitung von Prof. Dr. Hartinger wird an der Universität Augsburg im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" (Bundesministerium für Bildung und Forschung) das Projekt „LeHet“ durchgeführt. Der Lehrstuhl für Sportpädagogik beteiligt sich an dem Verbundprojekt mit dem Teilprojekt „LeSeif“ – Leistungsstarke SchülerInnen im Unterrichtsfach Sport erkennen, individuell beraten und fördern.

Im Fokus von „LeSeif“ steht der Umgang mit Handlungskonflikten zwischen schulischen, freizeit- und sportbezogenen Zielen. Diese treten bei (Leistungs-)Sport treibenden SchülerInnen aufgrund der Mehrfachbelastung durch die Vereinbarung von Schule und Sport vermehrt auf. Abhängig von der individuellen Bewältigungsstrategie für diese Handlungskonflikte kommt es häufig zu einer negativen Beeinflussung der jeweiligen Handlungsausführung und einer damit einhergehenden Leistungsminimierung in den jeweiligen Bereichen. Da nicht gewählte Handlungsoptionen weiterhin gedankliche Anreize setzen, ist zudem häufig eine negative Beeinflussung des Wohlbefindens der SchülerInnen die Folge.

Langfristiges Ziel des Projektes „LeSeif“ ist die Bestimmung von gewinnbringenden Bewältigungsstrategien im Umgang mit Handlungskonflikten. Auf Basis dieser Strategien sollen Maßnahmen der Beratung und Förderung leistungsstarker SchülerInnen im Sportunterricht abgeleitet werden, welche im Rahmen der SportlehrerInnenausbildung vermittelt werden sollen.

Innerhalb der ersten Projektphase wird auf Basis einer Fragebogenstudie die Entstehung und Häufigkeit von motivationalen Handlungskonflikten zwischen verschiedenen Zielbereichen erhoben. Zusätzlich wird das subjektive Erleben dieser Konflikte sowie der Einsatz und die Effizienz von Bewältigungsstrategien für den Umgang mit diesen fokussiert.

Geplant ist die Datenerhebung in der Sekundarstufe von drei verschiedenen Schularten (Regelschule, sportbetonte Schule, Eliteschule des Sports) um bereits bestehende Unterstützungsformate bei der Analyse zu berücksichtigen und sinnvolle Orientierungspunkte für den bestmöglichen Umgang mit Handlungskonflikten herauszufiltern.


Flexibility in Multitasking: Impact of Predictability in Visuomotor Performance

Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Künzell

Finanziert durch die DFG

Laufzeit: Oktober 2015 – Oktober 2018

Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramm 1772 „Human Performance under Multiple Cognitive Task Requirements: From Basic Mechanisms to Optimized Task Scheduling“ wird an der Professur für Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Universitätte Augsburg zusammen mit Markus Raab von der DSHS Köln und Rita Oliveira von der LSBU in London das Forschungsprojekt „Flexibility in Multitasking: Impact of Predictability in Visuomotor Performance“ durchgeführt.

Im Kern geht es darum, den Einfluss von Vorhersagbarkeit der Situation auf die Leistungen in Doppelaufgaben zu untersuchen. Die Quellen der Vorhersehbarkeit können zum einen Wissen (Projekt Augsburg) und zum anderen Wahrnehmen (Projekt Köln/London) sein.

In Augsburg wird über 8 Experimente das Ausmaß der Vorhersagbarkeit durch Wissen sowohl in der Primäraufgabe als auch in der Sekundäraufgabe manipuliert und der Einfluss auf eine Doppelaufgabenleistung untersucht. Die Primäraufgabe ist dabei stets eine visuomotorische Aufgabe, in der Auge und Hand koordiniert werden müssen. Die Hypothese ist, dass Multitasking umso besser gelingt, je genauer mein Wissen über die Situation und damit die Vorhersagbarkeit ist, selbst wenn es keine wahrnehmbaren Hinweisreize zur Vorhersage gibt. Dabei – so die zweite Hypothese – spielt es keine Rolle, ob dieses Wissen bewusst erworben wurde oder nur implizit vorhanden ist (also der Versuchsperson nicht bewusst ist).

Die Ergebnisse werden – zusammen mit den anderen Projekten des Schwerpunktprogramms – einen großen theoretischen und praktischen Einfluss haben. Die Theorie, dass die Auswahl eines Handlungsplans immer nur nacheinander und niemals gleichzeitig stattfinden kann, wird kritisch auf den Prüfstand gestellt. Praktische Konsequenzen erwarten wir für alle Situationen, in denen Multitasking-Fähigkeiten notwendig sind oder Vorteile bringen, sei es im Leistungssport, in der Chirurgie oder bei der Kontrolle eines Atomkraftwerks.


„GeH Mit!“ – Gesundheitsförderung für HochschulmitarbeiterInnen

Yoga als nachhaltiger Weg im betrieblichen Gesundheitsmanagement der Universität Augsburg

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Lena Kroll

Finanzierung: TK (Techniker Krankenkasse)

Projektlaufzeit: November 2015 – September 2018

Projektbeschreibung: Das Forschungsprojekt wird am Lehrstuhl für Sportpädagogik durchgeführt und untersucht Möglichkeiten, um die „Intentions-Verhaltens-Lücke“, also die Kluft zwischen theoretischem Gesundheitswissen und der Umsetzung eines gesundheitsförderlichen Lebenswandels, bei UniversitätsmitarbeiterInnen zu verkleinern oder gar zu schließen. Hierzu wird eine standardisierte Intervention zur „Förderung der MitarbeiterInnengesundheit durch Yoga“ durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Die zu prüfende These lautet, dass diese Intervention die prozesshafte, mehrschichtige und mehrstufige Entwicklung von Gesundheitskompetenz als Fähigkeit, im täglichen Leben Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken (Kickbusch/Maag) beim Individuum signifikant begünstigt. Das Projekt ist in drei Interventionsmodulen angelegt: (1) „Basismodul“ zur Schaffung der gesundheitsbezogenen Grundlagen in einem Yoga-Kurs, (2) „Aufbaumodul“ zur Einbettung ausgewählter Yoga-Übungen in den individuellen Arbeitsalltag und (3) „Nachhaltigkeitsmodul“ zur Förderung der selbstständigen Durchführung. Das Untersuchungsdesign als echter Längsschnitt mit einem quasi-experimentellen Kontrollgruppen-Design mit Prä-, Post- und Follow-up-Messungen angelegt. Die quantitativen Erkenntnisse der Prä-, Post- und Follow-up-Messungen werden durch Experteninterviews sowie formative und summative Modulevaluationen mit qualitativen Interpretationshilfen erweitert. Auf Grundlage bisheriger Erkenntnisse zu Gesundheitsmanagement und ‑förderung im Setting Hochschule und nach eingängiger Analyse der Ergebnisse des Projekts werden in dessen Folge standortbezogene und -übergreifende Handlungsstrategien entworfen. Das Projekt befördert somit wichtige Rahmenbedingungen, um den Gesundheitsgedanken bei allen Beteiligten des Systems Universität gleichermaßen als Selbstverständlichkeit zu verankern.


Forschungs- und Lehrprojekt „Schulung der adaptiven Diagnose- und Rückmeldekompetenz von Lehramtsstudierenden im Fach Sport mit Hilfe moderner Medien“

Ansprechpartner: Prof. Dr. Stefan Künzell

Laufzeit: September 2015 – Dezember 2017

Finanziert durch das BMBF

Im Rahmen des vom BMBF im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" bewilligten Vorhabens "Förderung der Lehrerprofessionalität im Umgang mit Heterogenität" der Universität Augsburg (Leitung Prof. Dr. Hartinger) wird an der Professur für Trainings- und Bewegungswissenschaft der Universität Augsburg das Teilprojekt „Schulung der adaptiven Diagnose- und Rückmeldekompetenz von Lehramtsstudierenden im Fach Sport mit Hilfe moderner Medien“ bearbeitet. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob moderne Medien Lehrkräfte dabei unterstützen können, sinnvoll mit Heterogenität der Schülerinnen und Schüler im Schulsport umzugehen. Hierzu wird untersucht, ob die Rückmeldung der Bewegung und ein Soll-Istwert-Vergleich mit Hilfe von Apps auf einem Tablet-PC dabei hilft, Lernende aller Leistungsstufen zu unterstützen. Dies soll in einem ersten Schritt bei Sportstudierenden des Lehramts untersucht werden, die dabei gleichzeitig im Umgang mit den Diagnosemöglichkeiten der mit Apps bestückten Tablet-PCs erlernen. In einem zweiten Schritt wird dann die praktische Umsetzung im Sportunterricht der Schulen untersucht, wobei hier Seminare der 2. Phase der Lehramtsausbildung geschult werden.

Sollten sich die erwarteten positiven Wirkungen eines tablet-pc-gestützen Unterrichts einstellen, wird dieser Inhalt langfristig und nachhaltig in die Ausbildung von Sport-Lehramtsstudierenden und ReferendarInnen integriert.


Chronischer Stress und Selbstkonzeptentwicklung vor dem Hintergrund von Doppelbelastung an Sportprofilschulen

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Jennifer Breithecker

Kooperation: Jun.-Prof. Dr. Miriam Kehne (Universität Paderborn)

Laufzeit: 2011 bis heute

Finanzierung: Eigenfinanzierung

Projektbeschreibung: (Leistungs-)Sportliche Karrieren erfordern einen langfristigen und systematischen Aufbau. Zur Förderung sowohl schulischer als auch sportlicher Karrieren wurden im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen diverser Bundesländer vermehrt Sportprofilklassen eingerichtet. Ziel dieser Förderungsmaßnahme ist es, chronische Belastungen weitestgehend zu reduzieren und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung junger Talente sicherzustellen. Das längsschnittlich angelegte Forschungsprojekt im Kontrollgruppendesign widmet sich der Erfassung dieser chronischen Stressbelastungen unter besonderer Berücksichtigung der Selbstkonzeptentwicklung von Sportprofilschülern an einer Realschule in Nordrhein-Westfalen. Dieses Schulsetting wurde gewählt, da sich die sportwissenschaftliche Begleitforschung bisher zumeist auf Gymnasien beschränkt. Zur Erfassung kommen ein standardisierter Fragebogen sowie ein Konzentrationstest und ein Wochentagebuch zum Einsatz. Die Erhebung fand von 2011 bis 2014 jährlich statt und wird seitdem im Zweijahresrhythmus weitergeführt. Bisher nahmen ca. 800 Schülerinnen und Schüler an der Untersuchung teil. Die Teilnehmerzahl wächst mit jeder Erhebungsdurchführung um einen neuen fünften Jahrgang um ca. 100 Schüler an. Aus den ersten drei Messzeitpunkten im echten Längsschnitt soll eine Dissertation resultieren, welche die Selbstkonzept- und Stressentwicklung junger Sportprofilschüler im Vergleich zu Regelschülern in den Blick nimmt und weiter Aufschluss über Stresspufferhypothesen zum Zusammenhang von sportlicher Aktivität, Stress und Selbstkonzept gibt.


Chronischer Stress und Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund von Doppelbelastung an den Eliteschulen des Fußballs des FC Augsburg

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Jennifer Breithecker

Laufzeit: 2013 bis heute

Finanzierung: Eigenfinanzierung

Projektbeschreibung: Um junge Fußballtalente frühzeitig zu fördern und in den Profifußball zu begleiten, sind Vereine darum bemüht Verbundsysteme aus Schule und Leistungssport zu schaffen, die ein Netzwerk aus entsprechenden Fördermöglichkeiten bieten. Durch eine systematische Verzahnung sollen Nachwuchsfußballer in sportlichen, schulischen und persönlichen Belangen unterstützt und vor zu hohen chronischen Stressbelastungen geschützt werden. Der Deutsche Fußballbund würdigt dieses Engagement mit dem Titel „Eliteschule des Fußballs“. Im Rahmen des Projekts werden die drei Eliteschulen des Fußballs des FC Augsburg (Gymnasium, Realschule und Mittelschule) in pädagogisch-psychologischer Perspektive wissenschaftlich begleitet. In einer längsschnittlich angelegten Studie im Kontrollgruppendesign werden chronische Stressbelastungen, verschiedene Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung (Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Leistungsmotivation, etc.) sowie diverse Schulleistungsparameter erhoben. Zur Erfassung wird auf einen standardisierten Fragebogen, einen Konzentrationstest sowie ein Wochentagebuch zurückgegriffen. Die Erhebung wurde erstmalig im Jahr 2013 durchgeführt und wird seitdem jährlich wiederholt. Die Projektarbeit ist angebunden an universitäre Lehrveranstaltungen zur empirisch-sozialwissenschaftlichen Ausbildung von zukünftigen Lehramtsstudenten im Bereich Sport. Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist es, junger Fußballtalente an Eliteschulen des Fußballs langfristig in ihrer schulischen, sportlichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten. Weiter soll die Untersuchung Aufschluss über chronischen Stress und Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund der verschiedenen Schulformen liefern.


Health.edu (als Teilprojekt im Forschungsverbund Capital4Health; vgl. http://www.capital4health.de/)

Ansprechpartner/in: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Mandy Lutz

Kooperation: Prof. Dr. Ralf Sygusch (Universität Erlangen)(Teilprojektleiter);  Prof. Dr. Susanne Tittlbach (Universität Bayreuth),

Laufzeit: April 2015 – März 2018

Finanzierung: BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Projektbeschreibung: Das BMBF geförderte Verbundprojekt umfasst drei Dachprojekte und fünf Teilprojekte. Das Gesamtziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung und Erforschung von Handlungsmöglichkeiten für aktive Lebensstile in verschiedenen Bevölkerungs- und Berufsgruppen. Das Ganze wird über innovative Ansätze des interaktiven Wissensaustausches unterstützt. In Kooperation mit der Universität Bayreuth und Universität Erlangen ist der Standort Augsburg für das Teilprojekt Health.edu: Gesundheit im Sportunterricht zuständig. Die zentrale Forschungsfrage des Teilprojekts „Health.edu – Lehrerbildung“ ist: Inwiefern werden sportpädagogische und curriculare Ansprüche zum Thema Gesundheit in der Wirklichkeit von Lehrerbildung eingelöst? Nach einer Analyse des Ist-Zustands durch Dokumentenanalyse, videogestützte Beobachtungen von Lehrveranstaltungen und Stimulated-Recall Interviews mit den Seminarlehrern bzw. Dozenten (Evaluation) werden kooperative Planungsgruppen an den jeweiligen Settings eingerichtet. Diese entwickeln in einem Planungsprozess verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Themas Gesundheit und Fitness in der Lehrerbildung. Die Planungsgruppen bestehen aus Forschenden, politischen Entscheidungsträgern, Studierenden/ Lehramtsanwärtern und Dozenten/ Seminarlehrern. Nach dem kooperativen Planungsprozess erfolgt die Umsetzung der entwickelten strukturellen und methodisch-didaktischen Maßnahmen einschließlich der Sicherung der Nachhaltigkeit. Anschließend kommt es zur erneuten Evaluation in den Settings.


Sportmotorische Tests in der Grundschule

Ansprechpartnerin: PD Dr. Claudia Augste

Laufzeit: seit 2008

Der gesellschaftliche Wandel bringt Bewegungsmangel und Übergewicht mit sich. Aus wissenschaftlicher Sicht besteht großes Interesse daran, ein aktuelles Bild der sportmotorischen Leistungsfähigkeit von Kindern zu zeichnen und dieses längsschnittlich zu verfolgen. So sollen Parameter identifiziert werden, die als Ursachen für die Ausprägung der Leistungsfähigkeit gelten können, wie beispielsweise BMI, Sportvereinszugehörigkeit, Migrationshintergrund oder die soziale Schicht. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden Zweitklässler aus Augsburger Grundschulen in Göggingen, Hochzoll und Oberhausen seit 2008 im 5-Jahres-Rhythmus sportmotorischen Tests unterzogen.

Vorträge und Veröffentlichungen des Projekts